B ogensport ist nicht nur vielseitig, sondern auch ein Sport für die ganze Familie. Für die Spitzensportler in Österreich steht das Jahr ganz im Zeichen für die Qualifikationen für die Olympischen Spiele in Tokio, wie Andreas Kolar, Präsident des Österreichischen Bogensportverbands, verrät.

Das Jahr 2019 steht für den Österreichischen Bogensportverband (ÖBSV) im Zeichen der Qualifikation zu den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020. Dabei sind Vorbereitung und Ergebnis bei der WM in ’s-Hertogenbosch (NLD) im Juni 2019 die wesentlichsten Erfolgsfaktoren für eine mögliche Olympia-Qualifikation. Der Jahrestrainingsplan des Nationalkaders wurde daraufhin abgestimmt. Die laufende Saison startete diesmal, aufgrund der schon im Juni stattfindenden WM, sehr früh. Darum gilt es für Bundestrainer Christian Wöll den ÖBSV-Nationalkader schon früh mit Trainings auf die olympische Distanz von 70m vorzubereiten.

Der ÖBSV bemüht sich um Olympiaqualifikationen in den Einzel-, Mannschafts- und Mixed-Team-Bewerben. Im Sommer 2018 konnten bereits Elisabeth Straka und Andreas Gstöttner einen Quotenplatz für die European Games 2019 in Minsk erzielen. Die sportliche Leistungsentwicklung des gesamten Kaders ist erfreulicherweise stetig steigend. Neben E. Straka und A. Gstöttner kämpfen auch ihre KaderkollegInnen nun um Quotenplätze für Tokio.

Andreas Kolar

Andreas Kolar, MSc ist Präsident des Österreichischen Bogensportverbands (ÖBSV).

Vielfältigkeit des Bogensports in Österreich

Neben den verschiedenen Bogenklassen unterscheidet man auch zwischen den unterschiedlichen Bogensportdisziplinen. Bei der olympischen Disziplin starten die BogensportlerInnen in der Bogenklasse Recurve. Im Qualifikationsbewerb werden dabei auf einem ebenen Platz 72 Pfeile auf 70m Distanz geschossen, bevor es in die weiteren Ausscheidungsrunden geht.
Neben dem olympischen Recurvebogen gibt es noch eine weitere Vielfalt an Bogenklassen. Angefangen vom ursprünglichen Langbogen aus Holz, bis hin zum modernsten Compoundbogen aus Carbon findet sich für jede Person ein geeignetes Bogensportgerät.

Zusätzlich zum Scheibenschießen (olympisch, oder Indoor auf 18m) bilden der 3D-Bogenssport, sowie das Feldbogenschießen einen großen Teil der österreichischen Bogensportszene ab. Das 3D-Bogensschießen auf dreidimensionale Ziele hat sich vor allem in den letzten 15 Jahren stark entwickelt. Das Feldbogenschießen ist neben dem Schießen auf Scheibe und 3D eine sehr interessante Mischung dieser beiden Disziplinen. Es findet ebenso im Gelände statt (Wald, Wiesen, Gebirge, etc.). Geschossen wird dabei auf zweidimensionale Feldscheiben auf bis zu 60m Entfernung.

Bogenschießen als Familien- und Parasport

Das Bogenschießen stellt eine sehr familienfreundliche Sportart dar. Hier können Familien, sogar Großeltern mit ihren Enkelkindern (ab 10 Jahren), gemeinsam die Faszination Bogensport erleben, sei es Indoor, Outdoor, sowie im Feld-, oder 3D-Parcours. Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sind ebenso in der Lage die Pfeile fliegen zu lassen – vom Breitensport bis hin zum Leistungssport. Bei Bogensportbewerben an der Scheibe stehen ParasportlerInnen gemeinsam mit der allgemeinen Klasse an der Schusslinie. Gewertet werden in jeder Disziplin alle SportlerInnen in ihren jeweiligen Alters-, Bogen-, oder Paraklassen.

Autor: Andreas Kolar, MSc
Bilder: Adobe Stock | Markus Tretnak

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