Z war ist die Zahl der Wohnraumeinbrüche in Österreich in den letzten Jahren zurückgegangen, dennoch besteht die Gefahr, dass Einbrecher von den leerstehenden, ungesicherten Häusern und Wohnungen angezogen werden. Gerade zur Haupt-Urlaubszeit sollten also Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Wir sprachen dazu mit Vincenz Kriegs-Au, Pressesprecher des Bundeskriminalamtes.

Kriminalprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jeder Einzelne muss einen Beitrag leisten, denn Sicherheit gehört zu den wichtigsten Grundbedürfnissen der Menschen und ist Bestandteil Ihrer ganz persönlichen Lebensqualität. Dabei nimmt der Eigentumsschutz eine zentrale Rolle ein. Mit einer sinnvollen Kombination aus mechanischen und elektronischen Sicherungsmaßnahmen kann man die Sicherheit in den eigenen vier Wänden erhöhen und somit einen Beitrag zur Sicherheit leisten.

Vorgehen der Täter

Beim Einbruch in Wohnungen zielen die Täter zumeist auf die Eingangstüre ab. Hingegen sind bei Einfamilienhäusern Terrassentüren, Fenster und Kellertüren die Hauptangriffspunkte. Bei Neu- oder Umbauten empfiehlt sich der Einbau von einbruchshemmenden Türen und Fenstern, aber auch ältere lassen sich nachrüsten. Der Einbau von hochwertigen Schlössern, Beschlägen und Zusatzsicherungen können einen sinnvollen Einbruchsschutz bieten.

Abgesehen von diversen Sicherheitseinrichtungen gibt es auch einfache und wirksame Methoden, Diebe abzuschrecken: Die Täter sind besonders zwischen 16 und 21 Uhr, abhängig von der Dämmerungszeit, unterwegs. Zu den Tatorten zählen meist Wohnungen und Wohnhäuser, die gut an Hauptverkehrsverbindungen angebunden sind und eine rasche Flucht ermöglichen. Siedlungsgebiete mit schwer einsehbaren Grundstücken und ebenerdig gelegene Wohnungen stehen besonders im Fokus. Die Täter versuchen zumeist durch das Aufzwängen von Terrassentüren und gartenseitig gelegenen Fenstern, Türen oder Kellerzugängen in das Wohnobjekt einzudringen. Dabei nutzen sie meist einfache Hilfsmittel und brechen mit Schraubenzieher oder einer Zange schlecht gesicherte Türen oder Fenster auf.

So sichern Sie Ihr Eigenheim - Vincenz Kriegs-Au

Vincenz Kriegs-Au, MA ist Pressesprecher des Österreichischen Bundeskriminalamtes.

Schutz des Eigenheims

Viele Urlauber sorgen sich vor Antritt einer Reise vor allem um die Sicherung ihres Wohnraums. Einen hundertprozentigen Schutz gegen Einbrüche gibt es nicht, doch es gibt sehr gute Methoden und Techniken, die es den Einbrechern schwerer machen. Oftmals wissen viele Wohnungsbesitzer nicht, dass sie sich durch einfache Vorkehrungen schützen können. Manche davon gibt’s zum Nulltarif.

Es gibt keine Patentlösung wie man Türen und Fenster vor Einbrüchen am besten schützt. Daher empfiehlt es sich, die Beamtinnen und Beamten der Kriminalprävention bei der Auswahl der richtigen Sicherungsmaßnamen um Hilfe zu fragen. Die kriminalpolizeiliche Beratung erfolgt objektiv (als staatliche Stelle ist sie dazu verpflichtet), was den Vorteil hat, dass die Berater kein Verkaufsinteresse haben und somit produktunabhängig informieren. Auf Wunsch kommen die Berater der Kriminalpolizei auch zu Ihnen nach Hause, um die Gegebenheiten vor Ort besser beurteilen zu können.

Die angezeigten Wohnungseinbrüche sind in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken (Quelle: Bundeskriminalamt).

Die angezeigten Wohnungseinbrüche sind in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken (Quelle: Bundeskriminalamt).

Tipps gegen Einbrüche

Vermeiden Sie Zeichen Ihrer Abwesenheit. Während Ihres Urlaubes sollte der Briefkasten geleert und Werbematerial beseitigt werden. Nachbarschaftshilfe Ist hier besonders wichtig. In einer gesunden Nachbarschaft werden es die Täter auf jeden Fall schwerer haben.

Neben technischen Vorrichtungen, einbruchshemmenden Türen und Fenstern, hochwertigen Schlössern, Beschlägen und Zusatzsicherungen gibt es einfache Maßnahmen, um sein Eigentum zu schützen. Überfüllte Briefkästen, heruntergelassene Rollläden oderzugezogene Vorhänge signalisieren, dass niemand zu Hause ist. Auch Nachrichten über die Abwesenheit auf dem Anrufbeantworter oder in sozialen Netzen wie Facebook und Twitter sollte man vermeiden. Wer eine Alarmanlage aktiviert hat oder Zeitschaltuhren verwendet, um das Licht, Radio oder Fernsehen zu unregelmäßigen Zeiten ein- und auszuschalten, sollte seinen Nachbarn davon informieren.

Weitere empfohlene Maßnahmen

  • Geben Sie Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel vor einer längeren Abwesenheit in ein Schlüsseldepot oder vertrauen Sie ihn einer Vertrauensperson an
  • Mieten Sie bei längerer Abwesenheit Bankschließfächer
  • Bewahren Sie Sparbuch und Losungswort immer getrennt auf
  • Fotografieren Sie Schmuck- und Kunstgegenstände
  • Verwenden Sie in den Abendstunden Zeitschaltuhren
  • Sichern Sie Terrassentüren durch einbruchshemmende Rollbalken oder Scherengitter
  • Lassen Sie eine möglichst lückenlose Außenbeleuchtung installieren
  • Bringen Sie Bewegungsmelder an
  • Achten Sie darauf, dass Außensteckdosen von innen abschaltbar sind, um Einbrechern nicht die Möglichkeit zur Stromabnahme zu geben
  • Lassen Sie sich ausschließlich hochwertige Schlösser und Schließzylinder einbauen
  • Vermeiden Sie Zeichen der Abwesenheit
  • Vergessen Sie nicht, Fenster, Terrassentüre und Balkontüre zu schließen
  • Verstecken Sie den Wohnungsschlüssel nicht unter Fußabstreifer und Blumentöpfen
  • Vermeiden Sie unübersichtliche Bepflanzung direkt am Haus
  • Räumen Sie weg, was Einbrechern nützen könnte wie z.B. Leitern, Kisten usw.

Autor: Vincenz Kriegs-Au, MA
Bilder: Adobe Stock | Bundeskriminalamt

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