I mmer mehr ÖsterreicherInnen wollen umweltfreundlicher werden. Die Wahl des Antriebs beim Auto ist daher für viele von zentraler Bedeutung. Denn neben Elektrofahrzeugen boomen derzeit die Hybrid-Alternativen. Warum das so ist, haben wir mit FH-Prof. Ing. Andreas Petz, Studiengangsleiter Green Mobility, besprochen.

Wo liegt der Unterschied zwischen Plug-In-Hybrid- und Hybridfahrzeugen?

Der Unterschied zwischen einem Plug-In-Hybridfahrzeug (PHEV) und einem Hybridfahrzeug (HEV) liegt in der Möglichkeit der externen Aufladung der Fahrzeugbatterie. Beim HEV kann die im Fahrzeug befindliche Batterie durch den Verbrennungsmotor bzw. die Energierückgewinnung beim Bremsen (Rekuperation) aufgeladen werden. Hingegen kann beim PHEV die Fahrzeugbatterie zusätzlich noch durch eine externe Stromquelle geladen werden.

Welche Vorteile sehen Sie in einem modernen Hybridantrieb? Für  welche Einsatzbereiche ist er gedacht?

Das optimale Einsatzgebiet eines Hybridfahrzeuges liegt im urbanen Raum. Im Stadtverkehr mit geringeren Fahrgeschwindigkeiten sowie häufigeren Anfahr- und Bremsphasen liegt der Vorteil des Hybridfahrzeugs in einem deutlich geringeren Kraftstoffverbrauch und dadurch wiederum deutlich niedrigeren Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen.

Wie hat sich die Nutzung von alternativen Antriebsarten in den letzten Jahren verändert und wo stehen wir jetzt?

Andreas Petz

FH-Prof. Ing. Dipl.-Ing. Andreas Petz ist Studiengangsleiter Green Mobility an der FH Campus Wien.

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Der Anteil an Fahrzeugen mit einem alternativen Antriebssystem, worunter Elektro-, Erdgas- und Hybridfahrzeuge fallen, hat sich in den letzten Jahren im österreichischen Straßenverkehr deutlich erhöht. So betrug der Anstieg an Neuzulassungen im Jahr 2018 ggü. 2017, 4,9 % bzw. 16.807 Fahrzeuge. Davon machten die Benzin-Hybridfahrzeuge alleine bereits 2,4 % bzw. 8.353 Fahrzeuge aus. Ende 2018 betrug der Gesamtbestand an reinen Elektrofahrzeugen 20.831, an Hybridfahrzeugen bereits rund 36.549.

Bedeuten Hybrid- und Elektrofahrzeuge die Zukunft oder gibt es andere Technologien, die sich durchsetzen könnten?

Fest steht, dass rein konventionelle Fahrzeuge, egal ob mit Diesel oder Benzin betrieben, langfristig keine Zukunft mehr haben. Diese gehört auf jeden Fall der Elektromobilität. Sei es in Form von rein batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV), oder je nach Einsatzbereich auch Hybrid- bzw. Brennstoffzellenfahrzeugen (FCEV).

Wie funktioniert das Laden – braucht jeder eine eigene Stromtankstelle um effizient unterwegs sein zu können?

Die Aufladung eines BEV bzw. eines PHEV erfordert keinesfalls den Bedarf einer eigenen Ladestation. Sämtliche am Markt verfügbaren Fahrzeuge dieser beiden Fahrzeugtypen können ebenso an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose geladen werden. Aufgrund der begrenzten Strombelastbarkeit einer Schutzkontaktsteckdose ist die relativ zeitintensive Aufladung der Fahrzeugbatterien unter Umständen jedoch ein Nachteil der mit Hilfe einer Ladestation und potentiell höheren Ladeleistungen vermieden werden kann.

Wie viel CO2 spart ein Hybridantrieb in einem Jahr, im Vergleich zu einem Diesel/Benziner, ein?

Das kann so nicht pauschal gesagt werden. Es hängt von Faktoren wie dem Fahrstil, den Einsatzbedingungen im urbanen bzw. ruralen Raum, der Herkunft des Stromes beim PHEV und auch dem Ausnutzungsgrad der rein elektrischen Reichweite ab. Beispielsweise bei einem elektrischen Fahranteil von 44 % verringern sich zwar die direkten Emissionen, dennoch werden beim Benzin-PHEV knapp 100 g, beim Benzin-HEV sogar rund 130 g CO2-eq/km emittiert (Gesamtbilanz) und somit nur etwas geringere Werte als beim reinen Benziner. Eine Erhöhung des elektrischen Fahranteils verbessert in diesem Zusammenhang diese Bilanz.

Welche Maßnahmen sollte die Bundesregierung umsetzen, um Fahrzeuge mit alternativen Antrieben attraktiver zu machen? Gibt es schon Förderungen/bestehende Maßnahmen?

Neben dem Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur stellt die finanzielle Förderung den attraktivsten Anreiz für den Kauf eines Fahrzeugs mit alternativem Antrieb dar. Mit der #mission2030 E-Mobilitätsoffensive soll durch zahlreiche Förderangebote die Markteinführung dieser Fahrzeuge in Österreich deutlich beschleunigt werden. Reine E-PKW werden im neuen Förderprogramm seit 01.03.2019 mit 3.000 €, Hybridfahrzeuge mit 1.500 € pro Fahrzeug gefördert.

Autor: Bernhard Kröll, Andreas Petz
Bilder: Adobe Stock | Rudolf Oberpertinger

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One Comment

  • Wolf sagt:

    Habe rd. 40.000 km mit de neuen Toyota Corolla Hybrid gefahren. Verbrauch bei ca25% Stadt, 25% Autobahn und 50% Überland ca. 5 Liter Super 95.
    Kann nur sagen, einfach Spitze!

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